Kurze Erklärung zu weiteren traditionellen Kampfkünsten

Hap-Ki-Do / Tai-Chi-Chuan

Hap-Ki-Do

Hap-Ki-Do hat sich wie auch Taekwon-Do und Kung-Joong-Musool aus den gleichen alten koreanischen Kampfkunstwurzeln wie Taekyon, Hwarang-Do etc. entwickelt. Eine spezielle Ausprägung zu den heutigen drei großen koreanischen Stilrichtungen ist erst in den letzten 100 Jahren geschehen. Diese Stile sind wie Brüder von gleicher Herkunft und Geschichte, mit familiären Ähnlichkeiten und Eigenarten, die Fremde manches verwechseln lassen, jedoch mit unterschiedlichem Geschmack, Charakter und getrennter Entwicklung.

Grob gesehen könnte man Taekwon-Do mit dem japanischem Karate und anderen harten Kampfkünsten, Kung-Joong-Musool mit dem chinesischen Kung-Fu und Hap-Ki-Do am ehesten noch mit dem japanischen Aikido vergleichen.

Hap-Ki-Do hat den Part der Harmonie in der Familie weiter fortgeführt. Dies kommt auch durch den Namen zum Ausdruck:

  • Hap - Harmonie
  • Ki - Lebensenergie
  • Do - Weg
Der vollkommene Ausdruck für Harmonie ist der Kreis (Kraft und Gegenkraft ergänzen sich zu einer Kreisbewegung) und für die Energie ist es der Fluß (die Kraft wird vor der Aktion wie ein Fluß aufgestaut, die nachfolgende Bewegung gleicht dem Abfließen der gestauten Wassermassen), dies sind die Grundprinzipien des Hap-Ki-Do.

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Tai-Chi-Chuan

Tai-Chi-Chuan, zusammengesetzt aus den chinesischen Wörtern „Tai-Chi“ (erhabene, letzte oder höchste Unendlichkeit) und „Chuan“ (Faust), kann mit „höchstes Prinzip des Faustkampfes“ übersetzt werden.

Von der Entstehung des Tai-Chi-Chuan gibt es verschiedene Überlieferungen. Schenkt man einer schönen Geschichte Glauben, war es der taoistische Eremit Chang San Feng, der im 12. Jahrhundert Tai-Chi-Chuan entwickelte. Er einen Kampf zwischen Schlange und Kranich beobachtet. Die Schlange, ständig in Bewegung, wich dabei flüssig den Angriffen des Kranichs aus und griff selbst die ungeschützten Stellen des Vogels an. Dieser mußte nach seinen Angriffen stets aufs neue Ausholen. Die Schlange war mit ihren fließenden Bewegungen dem Kranich überlegen und gewann schließlich den Kampf. In einem Text von Chang San Feng heißt es treffend: „In jeder Bewegung muß der ganze Körper leicht und beweglich sein und alle seine Teile miteinander verbunden wie Perlen auf einer Schnur.“

Im Tai-Chi-Chuan werden die Bewegungen weich, ruhig und fließend ausgeführt. Die Aufmerksamkeit wird nach innen gerichtet und der Praktizierende versucht den Fluß der Lebensenergie durch den Körper wahrzunehmen. Diese Energie auch „Chi“ genannt ist existentiell für jede Form von Leben. Ohne Chi gibt es kein Leben. Ziel im Tai-Chi-Chuan ist es die Lebenskraft frei fließen zu lassen. Das Chi bewegt sich auf Meridianen (Energiekanälen), die den gesamten Körper durchdringen.

Aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin entstehen Krankheiten wenn der freie Fluß der Lebensenergie nicht mehr gewährleistet ist, sei es durch Blockaden in den Energiekanälen oder durch ein Ungleichgewicht. Tai-Chi-Chuan trägt zu einem ausgeglichen Energiepegel und damit zum inneren Gleichgewicht bei. Die polaren Kräfte Yin (Negativität) und Yang (Positivität), die zusammen eine Einheit formen, werden ausgeglichen. Mit der Zeit nimmt sich der Tai-Chi-Chuan Übende als Ganzes war und nicht nur die einzelnen Körperpartien. „Chi-Kung-Übungen“ (Arbeit mit der Lebensenergie), die speziell den Fluß der Energie anregen, sind genauso fester Bestandteil des Tai-Chi-Chuans wie taoistische Meditationspraktiken, mit denen man die Energie im Körper gezielt zu lenken lernt.

Allgemein gesehen verhilft Tai-Chi-Chuan zu einem körperlichen, geistigen und seelischem Wohlbefinden, man verschafft sich einen ruhenden Pol mitten in der Hektik des täglichen Lebens. In alten Schriften wird es auf den Punkt gebracht: „Wer Tai-Chi-Chuan übt, wird gelassen wie ein Weiser, stark wie ein Krieger und geschmeidig wie ein Kind“.

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