Taekwon-Do

 

Was heißt Taekwon-Do?

 

Grob übersetzt bedeuten die drei Bestandteile des Wortes Taekwon-Do:

 

Tae (Fuß)

mit dem Fuß (Bein) stoßen, kicken und springen. Der Begriff steht für die Beintechniken.

 

Kwon (Faust)

mit der Faust (dem Arm) stoßen und schlagen. Der Begriff steht für die Armtechniken.

 

Do (Weg)

Es ist der Begriff, der die Budokünste Asiens kennzeichnet (wie z.B. Kendo, Hapkido, Aikido, Judo etc.), der Kampfkunst von Kampfsport unterscheidet und für die geistige Dimension steht.

 

 

 

 

Taekwon-Do beinhaltet

 

Taekwon-Do setzt sich – als eine vielfältige Kampfkunst, aus den folgenden Disziplinen zusammen. Dabei ist die Grundschulung das Fundament für die nachfolgenden und die Selbstverteidigung die Essenz aus den vorangegangenen Disziplinen. Die experte körperliche Ausbildung (umfassende Gymnastik, Kondition, Koordination und Atemtechnik) ist dabei der Motor für die Entwicklung der geistigen Qualitäten.

  • Selbstvertrauen, Gelassenheit, Selbstbeherrschung und Mut

 

 

Grundschulung

 

  • Koordination, Ausdauer, Schnelligkeit und Spannkraft

 

Die Techniken und Grundübungen werden einzeln und kombiniert „eingeschliffen“, der Körper auf die Belastungen der weiteren Disziplinen vorbereitet.

 

 

Hyong (Form)

 

  • Vorstellungsvermögen und Selbstvergessenheit

 

Es gibt 24 Formen. Eine Form ist eine in Schritt- und Technikfolge sowie Rhythmus starr festgelegte Bewegungsstruktur. Obwohl die Form ein Kampf gegen imaginäre Gegner ist, beinhaltet sie neben den reinen Angriffs- und Verteidigungstechniken auch spannungs- und konzentrationsfördernde Elemente. Gegen imaginäre Gegner kann der Übende, ohne Rücksicht auf reale Trainingspartner nehmen zu müssen, die vorgegebenen Kampfsituationen, in sich selbst versunken, realistisch üben.

 

 

Taeryon (Partnerübung), Chayu-Taeryon (Freikampf)

 

  • Reaktion und Selbstvertrauen

 

Bei den Partnerübungen kommt nun die Spontaneität hinzu, das Agieren und Reagieren, die Rücksichtnahme auf einen Partner. Hier zeigt es sich, ob die Techniken tatsächlich eingeschliffen sind und direkt, spontan, ohne Umweg über den Kopf, zur Verfügung stehen.

 

 

Kyek-Pa (Bruchtest)

 

  • Willensstärke und Konzentration

 

Zu dieser Disziplin gehört nicht nur das Testen, wie wirkungsvoll die erlernten Techniken an ganz natürlichen Gegnern mit realen Widerständen (Holzbretter, Steine etc.) sind, sondern auch den Körper als Waffe zu verstehen.

 

 

Hosinsul (Selbstverteidigung)

 

  • Intuition und Losgelöstsein

 

Hier sollten die Fähigkeiten aus den vorherigen Disziplinen zusammenwirken. Dazu kommt die Intuition – das Gespür für Gefahr und den Überblick in der Situation. Die Fähigkeit direkt aus dem Herzen in diesem Augenblick das Richtige zu tun.

 

 

 

 

 

 

Taekwon-Do Selbstverteidigung

 

 

Die Verteidigung gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen (wie Essen, Schlafen und Sex). Immer gibt es irgend etwas zu verteidigen, das Heim, die Familie, die Stellung, Freundschaften und Beziehungen, Vorstellungen und Werte etc.. Das ganze Leben haben wir damit zu tun. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass nach wie vor ein reges Interesse an Kampfkunst und Selbstverteidigung besteht.

 

Einige Kampfkünste bieten, aus dem geschichtlichen, philosophischen Hintergrund heraus – für diejenigen, die tiefer interessiert sind – neben Kampfsport und Selbstverteidigung auch eine persönliche Auseinandersetzung. Sie verbinden das natürliche Bedürfnis nach Verteidigung oder Schutz mit der Frage nach dem eigenen Selbst.

 

Eine dieser Kampfkünste ist das koreanische traditionelle Taekwon-Do, dessen Wurzeln über 2000 Jahre zurückliegen. Bewegungsmethodik und Technik haben sich, da wo es möglich war, bis heute weiterentwickelt, Charakter und innere Haltung sind jedoch gleichgeblieben. Insbesondere ist die vom Buddhismus geprägte geistige Haltung zur Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit und Gelassenheit vom traditionellen, kontaktlosen Taekwon-Do nicht zu trennen.

 

 

 

 

 

Taekwon-Do Stile

 

Taekwon-Do gibt es in zwei technisch wie auch inhaltlich verschiedenen Stilen.
Einerseits das traditionelle, kontaktlose Taekwon-Do und andererseits das moderne Wettkampf Taekwon-Do oder Vollkontakt Taekwon-Do. Die Bezeichnungen Vollkontakt und kontaktlos beziehen sich in erster Linie auf den Kampfstil. Sie stehen aber auch für unterschiedliche Lehrmethoden, da der Charakter der Bewegungen und des Aufeinandereingehens in den Kampfkünsten in besonderer Weise von der Methodik im Wettkampf abhängt.

 

Kontaktloses traditionelles Taekwon-Do bedeutet, dass im sportlichen Kampf die Techniken kontaktlos, d.h. ohne den Partner zu verletzen, ausgeführt werden. Im Gegensatz dazu Vollkontakt Taekwon-Do, dabei werden die Techniken voll angewandt, optimal wäre der Niederschlag des Gegners.
Wohlgemerkt, beides bezieht sich nur auf die sportliche Auseinandersetzung und nicht auf den „Ernstfall“.

 

 

 

 

 

 

Taekwon-Do und andere Kampfkünste

 

Worin unterscheidet sich nun Taekwon-Do von den anderen Budokünsten? Der Unterschied liegt weniger im Inhalt, als im Charakter der Bewegungen. Taekwon-Do ist heftig, schnell, kraftvoll, dynamisch etc., also für all diejenigen, die sich gerne intensiv bewegen.

 

 

 

 

 


 

 

 

 

Autor aller Texte dieser Seite:

Großmeister

Harald Peter 9. Dan

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